Streichen & Gestaltung Materialien & Oberflächen
Fassade vorbereiten und grundieren: Die perfekte Grundlage für den Neuanstrich
Bevor du mit dem Streichen anfangen kannst, musst du sicherstellen, dass deine Fassade einen haftenden und stabilen Untergrund für die Farbe bietet. Um das sicherzustellen, musst du sie zunächst prüfen und anschließend notwendige Arbeiten wie Reparaturen und das Auftragen einer Grundierung angehen.
Wie genau du das anstellst und was du alles wissen musst, erklären wir dir in diesem Beitrag.
Inhaltsverzeichnis
Der erste Schritt der Vorbereitung: Die Fassade prüfen!
Bei der Prüfung deiner Fassade schaust du nach:
- Rissen
- Ausbrüchen
- bröckelnder oder abblätternder Farbe
- kreidenden Oberflächen
- Wasserflecken
- Schimmel- oder Pilzbefall
- Salzausblühungen
Nachdem du festgestellt hast, was deiner Fassade fehlt, kannst du die entsprechenden Maßnahmen vornehmen, wie z. B. die Reparatur oder Ausbesserung des Putzes.
Risse und Ausbrüche
Zuerst schaust du dir deine Fassade an. Wenn du Risse oder Ausbrüche entdeckst, müssen diese zugespachtelt werden. Hier ist es wichtig zu schauen, ob die Risse durch strukturelle Bewegungen hervorgerufen wurden. In diesem Fall können größere Sanierungen nötig sein.
- Risse in der Fassade die größer als 0,2 mm breit sind un diagonal oder treppenförmig verlaufen können auf ein größeres Problem hindeuten. Frage einen Experten nach seiner Einschätzung.
Wenn es sich um große Ausbrüche handelt, sollte man die Fassade abklopfen und feststellen, ob der Putz noch haltbar oder zu spröde ist und neu gemacht werden muss. Sind die Flächen um den Ausbrüchen herum fest, müssen nur die Ausbrüche ausgebessert werden.
Bröckelnde und ablätternde Farbe
Wenn du blätternde Farbe entdeckst, musst du diese von der Fassade entfernen und anschließend eine passende Grundierung auftragen, damit der Untergrund wieder tragfähig wird.
Der Grund für blätternde Farbe ist häufig die falsche oder unzureichende Behandlung des Untergrunds, z. B. der Verzicht auf eine gründliche Reinigung. Es entstehen Risse in der Farbe, unter die Wasser läuft und die Farbe abplatzen lässt.
Kreidende Oberfläche
Wenn du mit der Hand über die Fassadenwand streichst, kannst du feststellen ob der Untergrund kreidet. Wenn sich dabei weißer Staub oder Kiesel von der Wand lösen, ist es nötig eine Grundierung vor dem Streichen aufzutragen.
Wasserflecken, Salzausblühungen, Schimmel- oder Pilzbefall
Wasserflecken an der Fassade können auf ein größeres Problem hindeuten. Es kann sein, dass Regenwasser in die Hauswand eindringt oder die Dämmung unzureichend ist. Um Bauschäden und Schimmel zu vermeiden, sollte schnell ein Experte zu Rate gezogen und die Ursache behoben werden. Auch Salzausblühungen lassen sich bei Feuchtigkeitsproblemen entdecken.
Schimmel- und Pilzbefall muss vor einem weiteren Anstrich mit einem Fungizid entfernt und die Stelle mit einem passenden Schutzmittel abgesperrt werden. Die meisten Fassadenfarben enthalten bereits Biozide, um die Fassade vor Schimmel zu schützen. Mehr dazu findest du in diesem Beitrag:
Wichtig zu wissen vor der Fassadenreparatur
Um deine Fassade vorzubereiten, startest du mit der Reinigung. Anschließend besserst du Risse und Ausbrüche aus und trägst dann eine Grundierung auf, falls nötig.
Wird der Untergrund nicht entsprechend behandelt und die Farbe einfach aufgetragen, kann sie ihre schützenden Eigenschaften verlieren oder nicht richtig haften. Eine Grundierung ist hierbei ein wichtiger Faktor.
Die Hauptaufgabe der Grundierung ist, einen gleichmäßig saugenden und haftfähigen Untergrund herzustellen. Ohne Grundierung kann dein Endergebnis fleckig werden oder die Farbe kann Risse bekommen und abplatzen. Du sparst dir vor allem viel Fassadenfarbe, da du nicht so viele Anstriche brauchst.
Für die Vorbehandlung kommen drei Produktarten infrage: Grundierung, Tiefgrund und Haftgrund.
Beginne mit der Reinigung deiner Fassade
Bevor du irgendetwas an deiner Fassade reparierst oder aufstreichst, muss die Fassade gründlich gereinigt werden.
Dafür eignet sich am besten der Hochdruckreiniger. Anschließend lässt sich der Zustand deiner Fassade am besten erkennen, denn wenn alles wieder trocken ist, kannst du feststellen, ob deine Fassade saugend, ungleichmäßig saugend oder nicht saugend ist. Für Letzteres benötigst du eine Grundierung.
Wenn deine Fassade Schimmel oder Pilze hat, müssen diese Stellen gesondert gereinigt werden. Wie genau du deine Fassade reinigst, siehst du hier: Fassade reinigen
Ausbesserungen an der Fassade: Spachtelmasse und Verarbeitung
Bei der Ausbesserung deiner Fassade ist es wichtig zu prüfen, ob die Außenwand noch haltbar genug ist oder vielleicht eine Rundumsanierung nötig wäre.
Bei einfachen Haarrissen kann schon eine elastische Fassadenfarbe ausreichen. Richtige Ausbrüche brauchen jedoch eine Reparatur mit Spachtelmasse. Hierbei kann es auch nötig sein, Armierungsgewebe mit einzuarbeiten.
Wirklich problematisch wird es bei Rissen, die breiter als 0,5 mm sind oder diagonal bzw. treppenartig verlaufen. Diese können auf Bewegungen im Mauerwerk hindeuten und sollten von einem Experten begutachtet werden.
An deinem Außenputz müssen Risse, Löcher/Ausbrüche und Holstellen Repariert werden.
Deine Fassade solltest du neu verputzen wenn die Risse zu tief eingedrugen sind, das kann ein Zeichen struktureller Probleme wie Bewegung im Mauerwerk aufweisen. Bei vielen Rissen über die gesamte Fassadenfläche, großflächigen Hohlstellen oder einem insgesamt nicht mehr tragfähigen Putz reicht eine punktuelle Reparatur dagegen häufig nicht mehr. Dann kann eine vollflächige Armierung oder eine umfangreichere Putzerneuerung notwendig sein.
Auch eine sehr große Ausblühung oder Schimmel kann bedeuten das die Feuchtigkeit tief im Mauerwerk sitzt und die Stabilität deiner Fassade angreift. Auch wenn behandelte Feuchtstellen immerwieder auftreten sollte deine Fassade genauer untersucht werden.
Bevor du deine Fassade zu früh als tragfähig beurteilst, solltest du sie noch einmal mit einem Gummihammer abklopfen. Hierbei können sich Hohlräume feststellen lassen, die darauf hindeuten, dass sich der Putz vom Untergrund löst. Hier müssen die Hohlstellen ausgebrochen und neu verspachtelt werden.
Wann wende ich was an?
Wie bereits erwähnt behandelst du Risse und Ausbrüche erst nach der Reinigung, da die Reparaturmassen ebenfalls einen trockenen, sauberen und staubfreien Untergrund vorraussetzten.
Um den Außenputz auszubessern muss die Wahl deiner Reperaturmasse natürlich auf den Untergrund angepasst sein.
Dabei unterscheidet man zwischen Mörtel, Spachtelmasse und Acryl.
- Mörtel ist ein grobkörnigeres Material, das zur Verbindung von Steinflächen im Rohbau verwendet wird. Du verwendest es für große strukturellen Schäden an Wänden und Fassaden. Er besteht aus aus Zement, Sand und Wasser.
- Spachtelmasse hingegen ist ein feineres Material für die äußerste Oberfläche und wird hauptsächlich zum Glätten und Ausbessern kleinerer Unebenheiten, Risse und Löcher verwendet. Zudem ist die Spachtelmasse schleifbar.
- Acryl eignet sich für flexible Anwendungen und Fugenabdichtungen, besonders bei sich bewegenden Rissen und modernen Materialien.
Wie wird Amierungsgewebe angewendet?
Bei einer vollflächigen Sanierung der Fassade, kommt in aller Regel Amierungsgewebe zum Einsatz.
Armierungsgewebe eignet sich für die zusätzliche Stabilität der Fassade und Rissfestigkeit, besonders bei der Wärmedämmung und Temperaturschwankungen, da es die Spannung minimiert.
Um das Gewebe anzubringen, wird Klebe- und Armierungsmörtel verwendet. Das Gewebe kann entweder auf die komplette Wand aufgetragen werden, sodass eine neue Putzschicht entsteht, oder nur dort, wo es benötigt wird.
So gehst du bei der Verwendung von Armierungsgewebe vor:
- Schneide das Gewebe entsprechend der Stelle zu (entweder in einer kompletten Bahn für vollflächige Verwendung oder nur in der Größe der Schadstelle).
- Trage eine Schicht von dem Klebe- und Armierungsmörtel auf die komplette Fläche mit einem Spachtel auf. Bei der Reparatur von einzelnen Löchern sollte bis zu 10 cm um die Schadstelle herum aufgetragen werden.
- Lege das Gewebe auf und drücke es mit der Kelle an.Verteile mit der Kelle den herausquellenden Mörtel auf dem Gewebe.
- Bei der vollflächigen Verarbeitung des Gewebes kann nun die zweite Bahn aufgetragen werden. Diese muss die Kante der bereits aufgetragenen Bahn um 10 cm überlappen und im Falle einer Kanten um 20 cm überlappen.
- Sind alle Bahnen aufgetragen, wird noch eine weitere Schicht Mörtel aufgetragen.
- Zuletzt zieht man die Fläche nochmal mit einem Flächenglätter ab.
Nach der vollflächigen Gewebearmierung kommt meistens noch ein Edelputz als Abschluss auf die gesamte Fläche.
Grundiere deine Fassade für optimale Anhaftung
Als Grundierung bezeichnet man mehrere Arten der Vorbehandlung. Das umfasst sowohl einen Grundanstrich mit verdünnter Farbe als auch die Behandlung mit Tiefen- oder Haftgrund.
Die Hauptaufgabe der Grundierung ist einen gleichmäßig saugenden und haftfähigen Untergrund herzustellen.
Meistens ist in dem ausgewählten Endanstrich auch die korrekte Grundierung vorgegeben, da Fassaden immer "im System" saniert werden sollten.
Ob deine Fassade eine Grundierung benötigt, kannst du mit Wasser feststellen. Nach der Reinigung der Fassade kann man sehr gut erkennen, ob eine Grundierung überhaupt notwendig ist. Sollte die Fassade sanden, kreiden oder rieseln, wird eine Grundierung benötigt, um die Haftung der Fassadenfarbe zu gewährleisten.
Auch durch das Testen der Saugfähigkeit kann festgestellt werden, ob und welche Grundierung benötigt wird.
So stellst du fest, ob dein Untergrund saugfähig ist
Indem du Wasser auf deine Fassade spritzt oder tupfst, kannst du feststellen, ob der Untergrund eine Grundierung benötigt und welche.
- Sollte das Wasser nicht zu stark und gleichmäßig eingesogen werden und keine Rückstände hinterlassen, wird keine Grundierung benötigt.
- Läuft das Wasser stark von der Fassade herunter und tropft ab, ist sie nicht porös. Hier kann zur Sicherheit eine haftvermittelnde Grundierung aufgetragen werden.
- Zieht das Wasser schnell ein und läuft nicht vollständig herunter, ist der Untergrund saugfähig und sollte mit Tiefgrund behandelt werden.
- Tropft das Wasser gar nicht ab und zieht sofort ein, muss unbedingt Tiefgrund verwendet werden.
Tiefengrund und Haftgrund: Dafür sind die Produkte einzusetzten
Haftgrund ist ein universell einsetzbarer Haftvermittler für nicht saugende Untergründe, während Tiefengrund für stark saugende Untergründe verwendet wird. Der Tiefengrund hilft, die Saugfähigkeit zu verringern, indem er tief in den Untergrund eindringt und ihn verfestigt. Er verhindert, dass die Farbe von der Wand zu stark oder ungleichmäßig aufgesogen wird. Ohne Tiefgrund würde man sonst ein fleckiges ungleichmäßiges Ergebnis erhalten.
Je nach Untergrund kann man sich zwischen einer Silikat-, Silikon- oder organischen Basis entscheiden.
Was bedeutet Porös?
Das Gegenteil von nicht saugend ist porös. Das bedeutet, der Untergrund ist saugfähig und nimmt Feuchtigkeit gut auf. Das Problem bei porösen Flächen ist, dass sie meist nicht gleichmäßig saugen und der Endanstrich dadurch fleckig aussehen kann.
Wie geht man mit einem alten Anstrich um?
Bei einem Altanstrich muss genauso wie bei einem Putz die Tragfähigkeit geprüft werden. Abgesehen davon ist es wichtig herauszufinden, welche Farbart sich auf deiner Fassade befindet.
Silikatfarben lassen sich zum Beispiel nicht mit Dispersionsfarbe überstreichen und umgekehrt. Auch Silikonharzfarbe lässt sich nicht mit gewöhnlicher Farbe überstreichen.
Solltest du nicht wissen, mit welcher Farbe deine Fassade gestrichen wurde und nicht weißt, welche Farbe du holen sollst, geben wir dir ein paar Tipps, um es festzustellen:
- Schaue in den Bauunterlagen oder bei früheren Renovierungen nach, welche Farbe verwendet wurde. Wenn möglich, frage den Vorbesitzer oder den Bauunternehmer.
- Kratzst du etwas von der Farbe ab, lässt sich Dispersionsfarbe durch eine weichere Struktur erkennen, während Silikatfarben spröder und härter sind.
- Reibt man Alkohol auf die Fläche und die Farbe zeigt keine Reaktion, handelt es sich meist um Silikat- oder Kalkfarben. Dispersionsfarben hingegen werden etwas klebrig.
- Oft erkennt man eine Farbe auch schon an der Oberflächenbeschaffenheit. Glänzende, wasserabweisende Oberflächen deuten auf Dispersions-, Silikon- und Latexfarben hin. Eine matte und weniger deckende Farbe weist auf Mineralfarben hin.
Wenn man sich gar nicht sicher ist, ob die neue und alte Farbe kompatibel sind empfiehlt sich immer eine Testfläche anzulegen um das Trocknungsverhalten sowie das Haftungsvermögen zu überprüfen.
Welche Schäden an der Fassade sollte ich vor dem Streichen ausbessern?
Bevor du deine Fassade streichst, solltest du alle Schäden ausbessern, die die Tragfähigkeit beeinflussen. Das bedeutet: alle Ausbrüche, alle Risse über 2 mm breite und Löcher. Risse unter 2 mm können auch mit einer elastischen Fassadenfarbe saniert werden.
Wie erkenne ich, ob Risse in der Fassade harmlos sind oder genauer geprüft werden müssen?
Vereinzelte Risse mit einer Breite von unter 2 mm sind in vielen Fällen unproblematisch. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Risse treppenförmig oder diagonal verlaufen und breiter als 0,5 mm sind. Solche Rissbilder können auf Bewegungen im Bauwerk hindeuten und sollten daher von einem Fachbetrieb oder Sachverständigen genauer untersucht werden.
Welche Grundierung eignet sich für meine Fassade?